Für viele gesundheitlich angeschlagene Menschen ist es schwer oder unmöglich diverse Versicherungen zu erhalten. Doch ganz ohne Schutz sollte man nicht durchs Leben gehen, denn es gibt immer eine Option B! Wir zeigen euch in diesem Blog, was wichtig ist und um was man sich kümmern sollte!

Bevor wir loslegen möchte ich mich als Autor dieses Blogs bei euch vorstellen: Mein Name ist Timo Kallweit, ich bin mitNORM-Berater i.A. und seit August bei der mitNORM im Vertrieb tätig. Leider habe ich die Krankheit, an die am heutigen Tag weltweit gedacht wird: Diabetes. Im Alter von zwei Jahren erkrankte ich an Diabetes mellitus Typ 1 und verbrachte meinen dritten Geburtstag im Krankenhaus. Seither hat sich einiges in meinem Leben geändert, aber man kann mittlerweile – dank der Medizin – sehr gut mit Diabetes leben. Ich nutze mein Handy, um meinen Blutzucker zu messen und eine Insulinpumpe, um mich zu spritzen und habe so die beiden wichtigsten Geräte in meinem Leben eigentlich immer dabei und kann ein normales Leben führen. Allerdings haben mich viele Versicherer abgelehnt, weil das Risiko durch meinen Diabetes anscheinend zu groß sei. Meine Enttäuschung war natürlich groß, was dazu geführt hat, dass ich mich damit auseinandergesetzt habe und einige sinnvolle Alternativoptionen erarbeitet habe – und dazu kommen wir jetzt!

Menschen mit einem Schwerbehindertenausweis und chronischen Erkrankungen haben bei Lebens- und privaten Krankenversicherungen keine oder kaum Chancen einen Versicherer zu finden. Egal, ob es sich um eine Berufsunfähigkeitsversicherung (Arbeitskraftabsicherung), eine Krankenzusatz- oder Krankenvollversicherung handelt: Es scheitert häufig an der Gesundheitsfrage „Wurde ein Grad der Behinderung festgestellt?“ oder „Wurde in den letzten 2 Jahren ein verschreibungspflichtiges Medikament für mehr als 2 Wochen eingenommen?“. Diese Fragen sind in der Regel auch bei den verminderten Gesundheitsfragen der Gesellschaften enthalten, die ab und an angeboten werden. Wird die Frage mit „Ja“ beantwortet führt dies im Normalfall zum Ausschluss. Aus diesem Grund müssen Versicherungen gewählt werden, die keine Gesundheitsfragen in ihren Produkten haben. Dies hat dann natürlich auch Nachteile, die wir nicht verschweigen wollen: Häufig sind Wartezeiten (die Versicherung leistet erst nach z.B. 3 oder 5 Jahren) oder höhere Beiträge der Fall. Leider sind die Versicherungen logischer Weise kein 100 Prozent identischer Ersatz, um beispielsweise eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzufangen. Jedoch gibt es für Personen mit einem Schwerbehindertenausweis verschiedene Produkte, die genau aus diesem Grund Sinn ergeben (die Reihenfolge ist keine Priorisierung, lediglich eine Aufzählung!):

  1. Krankenversicherung

Gesetzliche Krankenkassen sind verpflichtet jede Person, die einen Antrag stellt aufzunehmen, sofern man gesetzlich krankenversichert ist. Deshalb ist ein gesetzlicher Krankenkassenwechsel recht einfach. Man sollte sich die benötigten Leistungen der einzelnen Krankenkassen vor dem Wechsel anschauen. In meinem Fall ging es z.B. darum, welche Krankenkasse meine Blutzuckermesssensoren übernimmt und welche nicht. Hierbei ist es enorm wichtig zu wissen, was die versicherte Person braucht, um den Bedarf zu decken!

  1. Arbeitskraftsicherung

Die Arbeitskraftsicherung ist wohl der schwierigste Punkt für kranke Menschen. Jedoch gibt es hier in regelmäßigen Abständen bei verschiedenen Versicherern BU-Aktionen mit vereinfachter Gesundheitsprüfung mit denen man in gewissen Fällen noch eine Arbeitskraftsicherung erhält. Neben Berufsunfähigkeitsversicherungen gibt es u.a. auch die Option auf eine Grundfähigkeitsabsicherung, welche auch oftmals vereinfachte Gesundheitsprüfungen aufweisen. Wenn man z.B. das Augenlicht bei einer Grundfähigkeitsabsicherung verliert, wird eine monatliche Rente bis zur Genesung oder dem abgesichertem Endalter gezahlt.

  1. Pflegeversicherung / private Pflegzusatzversicherung

Eine Pflegeversicherung wird für viele behinderte oder kranke Menschen im Alter vermutlich notwendig, falls es jetzt noch nicht soweit ist. Der Staat hilft hierbei, aber die Vorsorge reicht in vielen Fällen nicht aus. Deshalb sollte eine private Pflegezusatzversicherung abgeschlossen werden. Diese muss natürlich auch ohne Gesundheitsfragen sein, um den Schutz zu erhalten. Die Produkte sind in der Regel mit 5 Jahren Wartezeit verbunden.

  1. Unfallversicherung

Eine Unfallversicherung ohne Gesundheitsfragen kann für einen „Worst Case“ immerhin etwas Geld bereitstellen, um nötige Umbaukosten oder ähnliches zu finanzieren – sofern das Leiden durch einen Unfall auftritt. Als Unfall gilt ein plötzlich, unfreiwillig von außen auf den Körper einwirkendes Ereignis, welches eine Gesundheitsschädigung nach sich zieht (wie z.B. ein Autounfall oder ein Sturz auf Glatteis). In manchen Tarifen sind Insektenstiche oder auch Zeckenbisse etc. mit enthalten – dies ist jedoch stark Tarifabhängig. Ggf. ist die Gefahr für einen Unfall bei kranken oder behinderten Menschen erhöht und es ist aus diesem Grund wichtiger es abzusichern – egal, ob es sich um einen „klassischen Unfall“ oder z.B. einen Zeckenbiss handelt. Unfälle, die durch eine Vorerkrankung eintreten, ziehen oftmals eine Minderung der Leistung nach sich. Hier sollte zwingend darauf geachtet werden, was in dem Bedingungswerk enthalten ist. Eventuell werden prozentuale Minderungen der Auszahlungssumme vereinbart, oder ein Verzicht der Versicherung auf genau dies. Das bedeutet, dass trotz Vorerkrankung die volle Leistung ausbezahlt wird. Es ist wichtig das Kleingedruckte zu lesen!

  1. Altersvorsorge

Die Altersvorsorge sollte auch bei kranken Menschen nicht zu kurz kommen. Wenn man bis ins Rentenalter fit sein sollte, dann steht man ab Rentenbeginn mit deutlich weniger Geld aus der Rentenkasse da, als es davor durch den Arbeitsalltag gab. Hier gibt es viele verschiedene Produkte zur Altersvorsorge – wie eine Private Altersvorsorge, Basis- oder Riesterrente, Investmentdepots, Immobilien (uvm.), die auf die individuelle Situation angepasst werden sollten. Dies kann mit verschiedenen Rentenprodukten vermieden werden. Wichtig ist jedoch, dass man – zumindest zu einem Teil – vor Renteneintritt an das Geld herankommen sollte, da ggf. vor Rentenbeginn für eine bessere medizinische Versorgung oder spezielle Hilfsmittel, welche von der gesetzlichen Krankenkasse nicht übernommen werden, Kapitalbedarf besteht.

  1. Altersvorsorge gegen Berufsunfähigkeit absichern

Die unter Punkt 5 beschriebene Altersvorsorge kann in gewissen Tarifen gegen Berufsunfähigkeit abgesichert werden. Viele Gesellschaften bieten ohne Gesundheitsprüfung eine sogenannte „Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit an“. Das heißt, dass sollte man berufsunfähig werden, die Sparbeitrage für die eigene Altersvorsorge von den Gesellschaften getragen werden. Teilweise ist der Einbau einer Dynamik möglich. Eine Dynamik ist die jährliche Erhöhung der Beiträge im Leistungsfall. Hier gibt es dann sogar die Möglichkeit, bei Bedarf in regelmäßigen Abständen Geld aus dem Vertrag zu entnehmen und somit einen Teil des Einkommensverlusts auszugleichen. Weiterhin gibt es Anbieter, die ohne Gesundheitsfragen bis zu 250 Euro monatlich verschiedene Arten der Ausgaben gegen Berufsunfähigkeit absichern. Dies können Immobiliendarlehen, Privatdarlehen, Depotsparpläne, Altersvorsorge, etc. sein. Dies alles ist keine volle Berufsunfähigkeitsrente oder ähnliches, aber man hat zumindest eine Sorge weniger, was im Fall der Fälle mit seiner Altersvorsorge passiert.

  1. Stationäre-Krankenzusatzversicherung

Wie ihr sicherlich gemerkt habt steht weiter oben im Blog, dass es für schwerbehinderte Personen nicht oder kaum möglich ist in eine private Krankenversicherung zu kommen, doch es gibt einen guten Weg! In diesem Fall wird eine Stationäre-Krankenzusatzversicherung für die Dauer von 10 Jahren abgeschlossen (ohne Gesundheitsprüfung), die lediglich bei Unfällen leistet. Das ist leider auf den ersten Blick ein großer Nachteil, aaaaaber: Kurz vor und nach Beendigung des 10-jährigen Vertrages besteht bei dieser Gesellschaft die Option ohne Gesundheitsprüfung eine vollständige stationäre Krankenzusatzversicherung abzuschließen, mit einem maximalen Risikoaufschlag von 100%. Das bedeutet, wenn die Versicherung für einen gesunden Bürger z.B. 40,00 Euro kostet, darf sie maximal 80,00 Euro für den Kranken kosten, die diesen Vertrag abgeschlossen haben (individuelle Fälle variieren bei der Höhe der Beiträge!). Vor allem bei schweren Krankheiten ist so etwas teilweise entscheidend und für individuelle Fälle ggf. dringend notwendig und damit eigentlich unabdingbar!

Die Tarife von Versicherungen können sich natürlich ändern. Aus diesem Grund ist es wichtig die aktuellen Tarife zu checken. Die aufgelisteten Optionen sind mit dem Stand „Oktober 2019“! Solltest du den Blog deutlich später lesen und Interesse haben, kann es sein, dass sich die Tarife der Versicherungen geändert haben. Hierbei helfe ich dir gerne zu prüfen was für dich möglich ist!

Solltest du Fragen haben oder Hilfe bei deinen Versicherungen benötigen, dann bin ich gerne für dich erreichbar und helfe dir mit normierter Beratung deinen perfekten Schutz zu finden und dein Vermögen aufzubauen. Schreibt mir eine Mail (t.kallweit@mitnorm.com) oder ruft mich an unter 0175-6452961.

Mein Kollege Marcel Sonnabend hat sich ebenfalls auf diese Themen spezialisiert und stand mir bei der Erstellung dieses Blogartikels zur Seite. Er ist unter m.sonnabend@mitnorm.com oder telefonisch (0176-24277198) zu erreichen.

Wir freuen uns auf dich!