Die langfristige Rolle des Zinseszinses wird von vielen Anlegern unterschätzt. In Zeiten der Niedrigzinsphase ist er das stärkste Argument gegen dauerhafte Zinsanlagen. Bei 200.000 investierten Euro kommen bei aktueller Zinslage, von gut einem Prozent nach 20 Jahren nur rund 244.000 Euro heraus. Geht man von einer langfristigen Geldanlage mit einer Rendite von drei Prozent aus, erhält man nach 20 Jahren rund 360.000 Euro. Also eine Differenz von 112.000 Euro bei „nur“ zwei Prozent Unterscheid. Doch in welche Kapitalanlagen sollte man in Niedrigzinsphasen investieren?

Sparer, die auf Nummer sicher gehen wollen stecken ihr Geld in sichere Anlageformen wie Sparbücher, Tagesgeld oder Festgeld. Jedoch bekommen sie dafür kaum bis keine Zinsen. Die ersten Banken verlangen mittlerweile sogar schon einen Negativzins zu Lasten der Anleger. Damit ist das Sparen auch vorbei, denn die Kunden zahlen drauf. Dank der geringen Inflation in den letzten Jahren ist die Auswirkung nicht all zu groß, jedoch liegt die Preissteigerung über den durchschnittlichen Sparzinsen. Somit verliert man bei der Anlage des Geldes an Wert. Alternative Anlageoptionen müssen deshalb erarbeitet und genutzt werden.

Eine dieser Optionen sind Immobilien. Sie spielen in der Kapitalanlage eine zentrale Rolle. Ein Vorteil der Immobilien ist die Unabhängigkeit von der Entwicklung der Wertpapiermärkte. Jedoch ist die Anlage auch nicht immer risikofrei. Zentrale Fragen hierbei sind die Entwicklung des Objektes sowie die langfristige Entwicklung der Lage. Auch der Zustand des Gebäudes oder die Mieterstruktur muss beachtet werden. Fünf Punkte sind besonders wichtig:

  1. Die Lage

Sollte die Immobilie vermietet werden, dann müssen potentielle Mieter vorhanden sein. Dies ist speziell in größeren Städten bzw. Ballungsräumen gegeben. Die Anbindung an das Verkehrsnetz, egal ob Auto oder Bahn, ist ein starker Pluspunkt bei Wohnungen. Auch Einkaufsmöglichkeiten und das kulturelle Angebot sowie Schulen in der Nähe steigern den Wert einer Immobilie.

  1. Die Bauweise

Die oberste Frage: Welche Bausubstanz hat das Objekt? Egal, ob Neu- oder Altbau, die Instandhaltung spielt eine wichtige Rolle. Der Zeitraum der Renovierungsarbeiten muss beachtet werden, speziell bei Altbauten, da diese oftmals sehr kostspielig sind. Bei Mehrfamilienhäusern sind Protokolle der Eigentümerversammlung ein hilfreiches Mittel um dazu Informationen zu erhalten.

  1. Die Energieeffizienz

Im Rahmen der Energieeinsparungsverordnung (EnEV) müssen Eigentümer diverse Regulierungen zur energetischen Sanierung der Häuser einhalten. Aus diesem Grund sollte vor dem Kauf – speziell bei Altbauten – die Energieeffizienz analysiert werden, um hohe Kosten für die Sanierung zu sparen oder damit besser kalkulieren zu können. Deshalb ist mittlerweile auch ein energetisches Gutachten bei jedem Kauf erforderlich.

  1. Die Ausstattung und der Grundriss

Für potentielle Mieter spielt die Ausstattung eine große Rolle. Beachten Sie, ob beispielsweise ein Garten oder ein Balkon vorhanden ist, es einen Fahrradkeller oder Parkplätze gibt.

  1. Die aktuelle Vermietung

Die genaue Ausgangslage der vorhandenen Mietverträge und -verhältnisse muss genau geprüft werden, um keine bösen Überraschungen zu erhalten. Wie hoch sind die Mietpreise? Gab es Mietsteigerungen? Bedacht werden muss hierbei, dass die Mieteinnahmen eine entscheidende Rolle zur Rendite und Wertermittlung des Objektes beitragen.

Wer das nötige Kapital zum Barkauf einer Immobilie nicht hat, kann, falls die Mietrenditen über den Zinssätzen liegen, die niedrigen Zinsen für sich arbeiten lassen. Die Zinszahlungen sind bei vermieteten Immobilien steuerlich abzugsfähig. Aktuell können wir noch deutsche Immobilien für Kapitalanleger mit einer Mietrendite zwischen 4 und 5% p.a. zum Kauf anbieten.

Wenn Sie Interesse an einer Kapitalanlage in Immobilien haben und gerne mehr darüber erfahren möchten, dann können Sie einen unserer Berater in Ihrer Nähe kontaktieren. Dazu müssen Sie nur hier klicken und den Standort in Ihrer Nähe auswählen, um direkt Kontakt zum ausgewählten Büro aufzunehmen.

 

Der Autor des Beitrages ist Bernd Becker. Bernd Becker ist seit über 30 Jahren im Bereich Versicherungen und Kapitalanlagen tätig. Er ist seit 1993 vom VDM (Verband Deutscher Makler für Grundbesitz, Hausverwaltung und Finanzierungen e.V. – Rechtsnachfolger seit 2004: IVD Immobilienverband Deutschland IVD Bundesverband der Immobilienberater, Makler, Verwalter und Sachverständigen e. V.) zugelassener Sachverständiger zur Haus- und Grundbewertung.

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